Wissenswertes

Trier: die alte Römerstadt

Liebfrauenkirche Trier - Quelle: Wikipedia

Liebfrauenkirche Trier – Quelle: Wikipedia

Einer der Höhepunkt einer Radwanderung auf dem Saar Radweg ist Trier, die älteste Stadt Deutschlands, wo der Saar Radweg auf den Moselradweg trifft. Nach eigener Überzeugung der Einwohner ist Trier schon 1300 Jahre vor Rom gegründet worden. Gesichert ist jedoch, dass die Römer unter Kaiser Augustus auf den Resten von jungsteinzeitlichen Siedlungen Trier als Stadt Augusta Treverorum 16 vor Christus gründeten, die der Hauptort der Provinz Belgica wurde. Die danach entstandenen Römerbauten wurden zusammen mit der Doppelkirchenanlage aus Dom und Liebfrauenkirche 1989 zum Weltkulturerbe der UNESCO erhoben. Trier ist neben der Saarschleife das absolute Highlight am Saar Radweg.

Römische Bauwerke

Das älteste teilweise erhaltene Bauwerk ist die sogenannte Römerbrücke, deren barocke Bögen (1716/18) noch heute auf den Fundamenten der dritten römischen (Stein-) Brücke aus der Mitte des 2. Jahrhunderts ruhen. Die nie vollendete berühmte Porta Nigra (Schwarzes Tor) ist wohl noch in der späten Regierungszeit von Kaiser Marc Aurel vor 180 nach Christus errichtet worden.

Trier als Regierungssitz

Überreste der Kaisertherme Trier - Quelle: Wikipedia

Überreste der Kaisertherme Trier – Quelle: Wikipedia

Unter Kaiser Konstantin dem Großen wurde Trier bis Ende des 4. Jahrhunderts einer der Regierungssitze des (spät-) Römischen Reiches. Konstantin ließ einen großen Palast errichten, von dem die im 19. Jahrhundert rekonstruierte Palastaula als evangelische „Konstantinsbasilika“ erhalten blieb. Trier war zur „Roma secunda“, dem zweiten Rom, geworden, hatte auf dem Höhepunkt rund 100.000 Einwohner und war zur größten Stadt nördlich der Alpen angewachsen. Das wie in Metz außerhalb der Stadtmauern gelegene Amphitheater des 2. Jahrhunderts mit seinen etwa 20.000 Plätzen war dafür eigentlich schon zu klein geworden. Die noch aus der gleichen Zeit stammenden prunkvollen „Barbarathermen“, die zu den prächtigsten des römischen Reiches gehört haben müssen, sind bis auf Fundamentreste der Geschichte zum Opfer gefallen. Dafür zeugen die eindrucksvollen Ruinen der Kaiserthermen noch davon, dass sie Konstantin ursprünglich als zweitgrößte Thermenanlage des Reiches nach den Caracalla-Thermen in Rom planen ließ. Nachdem sich Konstantin in Byzantion – Konstantinopolis etablierte, ist der unvollendet gebliebene Komplex noch in der Spätantike zu anderen Zwecken umgebaut worden.
Im Palastbereich ließ Konstantin eine Kirchenanlage von der Größe des Lateran für die ersten Bischöfe ausbauen, in der unter Kaiser Gratian der Kernbau („Quadratbau“) des heutigen Domes um 380 errichtet wurde. Nach Verwüstungen und vielen Umbauten ist daraus die am längsten benutzte Sakralarchitektur Mitteleuropas entstanden. Ihr zur Seite steht auf den Überresten einer konstantinischen Nebenkirche die einzigartige Liebfrauenkirche, ein hochgotischer Zentralbau (1235-60) von höchster Stilreinheit.
Es gibt noch mehr vom römischen und mittelalterlichen Trier zu entdecken. Aber am Eckpunkt des leicht zu fahrenden Saar Radweg braucht es auch ein Stärkung, wie etwa ein römisches Mahl in einem antiken Keller oder eine Jause mit dem schon in der Spätantike berühmten Moselwein.

 

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